Lawinencrashkurs

9. und 12.12.2009, mit Constanze (Klotz) und Reini (Zölch) – „Ja, wia is jetzt des glei wieda ganga ?“ – Mittwochabend, Anfang Dezember, fand sich die kleine Gemeinde der Lern- und Lehrwilligen beim Mayrwirt zum Theorie-Update ein. Medial auf der Höhe der Zeit warf Reini mittels Laptop und Beamer die Grundregeln der Lawinensuche und der zugehörigen Gerätschaften an die Wand:  1-, 2-, 3-Antennen-Lawinensuchgeräte führten bald zu hitzigen Diskussionen über Vor- und Nachteile. Das gleiche Procedere bei den Lawinenschaufeln:  Polycarbonat und Alu schieden die Geister, die Praxis sollte es beweisen.

Conny war mit dem hauseigenen Overheadprojektor und Schwarz-Weißfolien deutlich weniger am Puls der Zeit, was inhaltlich aber keine Einbußen mit sich brachte. Es wurde informiert und diskutiert über Suchszenarien und das Verhalten der nicht verschütteten Kameraden, das möglichst schnell zu einem erfolgreichen Auffinden der Lawinenverschütteten führt. Mit Grob-und Feinsuche sowie der Punktortung und der spiralförmigen Sondierung nach den Verschütteten inklusive dem Ausgraben haben die Bergkameraden gerade mal 15 – 18 Minuten Zeit, um (statistisch) ca. 90 % der Verschütteten lebend zu bergen. Ein Satz blieb mir im Ohr:  „Heli-Suche ist Totenbergung“. Die sicherste Bergung erfolgt also über die Kameraden und sonst niemand.

Am Samstag sollte es auf tief verschneiten Wiesen in den Bergen zur Sache gehen. Wir fanden uns aber am dünn mit Schnee überzuckerten Gelände beim Kronthaler Weiher wieder. Mangels Schnee in den Bergen simulierten wir  die Schneedecke durch Bauplanen und Decken. Dank der Kälte war ein Hauch von Winterfeeling über Nacht eingekehrt, so war es mental nicht mehr schwer die Schreckensmeldungen von abgegangenen Lawinen in rasches Handeln umzusetzen: mit wedelnden Piepsern am Ohr hasteten mehrere Überlebende in einer Reihe über die Wiese, bis ein plötzliches Signal die Hatz stoppte. Mit waagrecht gehaltenem Piepser und konzentriertem Blick wurden die letzten Meter zu den Verschütteten zurückgelegt. Durch Einkreuzen wurde die Fundstelle bis auf wenige Zentimeter festgelegt und durch Sondenpiekser der verdeckte (Sender-)Pieps aufgedeckt. Ein älteres Ehepaar beobachtete uns kopfschüttelnd, kam näher und fragte, ob wir den Schatz jetzt gefunden hätten – was wir bejahten (es könnte ja unser Schatz unter der Lawine gelegen haben !).

Mit heißem Tee gewärmt übten wir bis in den Nachmittag hinein. Die Füße waren kalt geworden und wir ziemlich dreckig, denn der letzte Schnee war weggetaut.

Die Lernwilligen waren Elisabeth und Reiner Kaifel, Christian Harrer, Claudia und Wolfram (Bericht) Honsberg, Roland Stary, die jetzt gerüstet sind für die Lawinengefahren. Den Ausbildern ein herzliches Vergeltsgott !

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