Alpines Sportklettern – Grundkurs

Anfang April 2010 feiert die Kursreihe „Alpines Sportklettern“ beim Alpenkranzl Premiere. Der Grundkurs findet in Arco statt, der Aufbaukurs folgt im September in den Tannheimer Bergen. Die Kursleiter sind Reini Zölch und Alex Lechner. Ein neues Lehrmittel, das „mobile Standplatzbrett“ wird angewendet (Idee und Konzept Reini Zölch, Ausführung mit Unterstützung von Wolfi Lex).

Die Kursreihe „Alpines Sportklettern“
Die Kursreihe „Alpines Sportklettern“ bereitet Teilnehmern in zwei Schritten den Weg vom Indoor-Sportklettern zum Alpinen Sportklettern in der Natur. Das Alpine Sportklettern unter freiem Himmel auf Naturfels unterscheidet sich in wesentlichen Punkten vom Sportklettern auf künstlichen Wänden in der Halle – insbesondere durch das Vorhandensein von Alpinen Gefahren.

Der Grundkurs baut auf der Indoor-Sportklettererfahrung in der Halle auf. Vermittelt werden Wissen und Praxis zu: 1. Sportklettern auf Naturfels (Klettergarten, Toprope-/Vorstieg-Klettern auf einer Kletterlänge von ca. 10-30 Metern, Bohrhaken als Zwischensicherung, eingerichtete Topropestände) und 2. Sportklettern auf mit Bohrhaken abgesicherten Mehrseillängenrouten (Nachstieg auf geführter Kletterroute, evtl. Seilschaft in Wechselführung, Kletterlänge bis ca. 400 Meter, ca. 2-8 Seillängen, Bohrhaken und gute Fixpunkte als Zwischensicherungen, eingerichtete Standplätze, geringe alpine Gefahren).

Der Aufbaukurs vertieft auf anspruchsvolleren und alpineren Routen das, was die Teilnehmer auf dem Grundkurs kennengelernt haben. In selbstständiger Seilschaft wird hier hier auf mit Bohrhaken abgesicherten Mehrseillängenrouten geklettert. Notwendige zusätzliche alpinistische Kenntnisse bspw. zu Wetter, Orientierung, Alpine Gefahren, mobile Zwischensicherungen und Bergetechniken werden hier vermittelt. Gerade diese zusätzlichen Anforderungen bewirken, dass bei alpinen Sportkletterrouten der reine klettertechnische Schwierigkeitsgrad an Aussagekraft verliert.

Das „mobile Standplatzbrett“
Mit dem „mobilen Standplatzbrett“ können sicherheitstechnische Themen aus den Bergsportdisziplinen Hochtouren, Sport- und Alpinklettern ortsunabhängig demonstriert, gelehrt und trainiert werden. Das Lehrmittel steht den Kurs- und Tourenleiterinnen/leitern gegen Ausleihnachweis zu Veranstaltungen des Alpenkranzls zur Verfügung. Idee und Konzept stammen von Reini Zölch. Wolfi Lex war bei der Ausführung sehr behilflich.

Der Grundkurs in Arco
Zahlreiche Anfragen gibt es, leider auch berufsbedingte Absagen. Drei Mädels stellen sich der Herausforderung, an der Kurspremiere teilzunehmen. Was ist bloß mit unseren Buben los?

Kurspremiere ist am 1. April. Unser Zielort Arco im Sarcatal am nördlichen Ende des Gardasees liegt ja auf Höhe des Mittelmeeres, da darf Anfang April schon mit angenehm mildem Wetter gerechnet werden. Herrliches Reisewetter bis Trento, dann Regen, gerade hier – ein Aprilscherz vom Wettergott und kein vorgezogener Aprilscherz von Alex, der uns am Vortag bereits einen Platz auf dem Campeggio Arco reserviert hat, zwischen seinem und dem Stellplatz vom Ehepaar Mau, die auch schon am Vortag angereist waren. Des Kurs startet bei +10°C warmem Regen – gefühlt eher +5°C und manchmal glaubt man, seinen Atem sehen zu können. Die überdachte Terasse und
unser mobiles Standplatzbrett ermöglichen die „trockene“ Praxis zu Ausrüstungs-/Knotenkunde und Standplatzbau. Alles bei Trockenfrüchten aus dem Beutel und Cappucino aus dem Automaten. Dolce Vita eben – April, April !
Essen gehen in Arco. Vorzüglich gespeist haben wir stets bei Sabine im Restaurant Pizzeria „al fiume“, wo Du besser schon am Vorabend reservierst. Appetitliche Bruscetta, pikante Pizza, feine Pasta, saftiges Steak dazu roter Wein und prickelndes Aqua Minerale, gefolgt von einem köstlichen Dolci mit cremigem Espresso – so in etwa verbrachten wir die Abende zusammen. Dolce Vita eben!
Shopping in Arco. Unausweichlich ist der Einkauf von Bergsportausrüstung in Arco. Alles Fehlende zu unserer Grundausrüstung wird hier ergänzt. Eine schmucke Topropeumlenkung für unser mobiles Standplatzbrett haben wir auch gefunden. Das schönste ist und bleibt allerdings das Flanieren, Schauen, Anprobieren in und um die Geschäfte in down town Arco. Dolce Vita eben!
Klettern in Arco. Schier unendlich viele Kletterrouten und -gärten gibt es im Sarcatal. Neue entstehen. In Steinwurfweite von unserem Domizil finden sich sichere, leichte und nicht überlaufene Übungsklettergärten. Hier lernen wir alles Nötige zum Einrichten und Klettern von Einseillängen im Toprope und praktizieren auch den gesicherten Vorstieg. Mutig und achtsam zugleich gehen unsere Mädels die Herausforderungen an. Schwierigkeiten von 3a bis 5b werden mit Bravour gemeistert. Die Eselswand am Colodri besuchen wir auch, um zu klettern. Nach der Vorbereitung – mittels Kletterführer – gewinnen wir dort einen ersten Eindruck von Alpine Gefahren: Der Zustieg, die
Wegsuche zur Wand, jede Menge Kletterer belagern den Fels, auch sieht es nach Regen im Süden aus, Klettern bei einsetzendem leichten Regen … . So ist Alpines Sportklettern – zumindest manchmal. Auf dem Rückweg nimmt uns das Caffee an der Piazza auf. Der heiss ersehnte Cappuccino XXL heißt hier Cappuccione und wird heiss in monströsen bunten Tassen serviert. Wir trinken gleich zwei davon. Dolce Vita eben!

Grundkurs Sportklettern

In diesem Caffee endet am vorletzten Tag unser Grundkurs Alpines Sportklettern – vorzeitig. Unsere Mehrseillängentour muss leider wetterbedingt ausfallen. Nur des Wetters wegen, sind wir auch irgendwie froh, dass es ein Ende hat mit unserem Dolce Vita – weil dahoam is dahoam!

Die Teilnehmer: Berghammer Gerlinde, Mau Daniela und Zölch Katja Victoria.
Ihnen danke ich für Ihre Begleitung und dem Lechner Alex für seine geschätzte Gestaltung und Unterstützung des Kursablaufs.
Euer Reinald Zölch

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